Evangelisch-lutherische Christus-Gemeinde Spetzerfehn


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predigt-09-12-20

Predigten




Predigt vom 20. Dezember 2009


Themapredigt „Jungfrauengeburt“; 4. Sonntag im Advent; 20.12.2009

Liebe Gemeinde, das Thema für heute ist dieser Satz, den wir auch heute schon gesprochen haben im Glaubensbekenntnis: „Geboren von der Jungfrau Maria“. Es geht heute um die tiefe Wahrheit dieses Wunders – dass Jesus geboren wurde von der Jungfrau Maria.

Dazu eine kleine Vorbemerkung: die Predigt heute wird ein bisschen theologischer, als ihr es sonst von mir gewöhnt seid. Aber mir ist dieses Thema wichtig. Das ist mir am vergangenen Mittwoch im Konfirmandenunterricht noch mal deutlich geworden. Da haben wir über die Geburtsgeschichte von Je-
sus gesprochen. Und einer der Konfirmanden brachte es auf den Punkt, als er fragte: „Verstehe ich das richtig, dass Jesus geboren wurde, obwohl seine Mutter Maria noch überhaupt nicht mit Josef geschlafen hatte?!“ Ja, sagte ich, das verstehst du richtig! Und natürlich sah ich, wie einige sich verstohlen ankuckten und sich einen grinsten. Unsere Kinder und Jugendlichen sind ja heute einiges gewohnt und kennen sich auch in Sachen Sex hervorragend aus – aber dass eine Jungfrau ein Kind kriegen soll, das ist dann doch ziemlich exotisch. Und ich merkte: dazu musst du Stellung nehmen. Und darum gibt’s heute mal so richtig handfeste theologische Vollwertkost.

„Geboren von der Jungfrau Maria“. Dass Jesus geboren wurde von einer Jungfrau, das ist von zwei der vier Evangelien ausführlich und ausdrücklich bezeugt, nämlich von Matthäus und von Lukas und bei Johannes ist es angedeutet. Matthäus schreibt (1, 18): „Mit der Zeugung von Jesus Christus verhielt es sich so: Seine Mutter Maria war mit Josef verlobt. Noch bevor sie heirateten, wurde sie schwanger durch den Heiligen Geist.“ Und wie es im Lukas-Evangelium ausgedrückt wird, hat Luise uns ja vorhin gelesen.

Im Markus-Evangelium (6,3) wird Jesus genannt „Sohn Mariens“. Und das war für die damalige Zeit völlig ungewöhnlich. Man gab immer den Vater an. „Sohn des Josef“ hätte es also heißen müssen. Wieso heißt es aber „Sohn Mariens“? Ganz einfach: weil für die Christen von Anfang an klar war, dass die Herkunft von Jesus übernatürlich war. Er ist nicht geboren, wie es bei Johannes (1, 13) heißt, „durch den Willen eines Mannes“, sondern von Gott geboren, von Gott gezeugt, also etwas ganz Neues. Und in Joh 6, 42ff wird die Meinung, Jesus sei der Sohn Josefs, als Missverständnis gehandelt. Sondern es wird gesagt „Jesus kommt vom Himmel“. So drückt Johannes dieses Mysterium, dieses Geheimnis, aus. Allerdings wird in den Stammbäumen, in den Ahnentafeln Josef als der Vater von Jesus benannt. Um Jesus hineinzustellen in die Kette der Vorfahren seit dem König David.
Auch im Alten Testament gibt es dafür Hinweise, dass Jesus von einer Jungfrau geboren werden wird. In Jesaja 7, 14 steht ein eigenartiger Satz. Da wird sozusagen als ein Zeichen für die neue Zeit geschrieben: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden.“

Ich hab damals im Theologiestudium gelernt, dass das hebräische Wort „Alma“ auch „junge Frau“ heißen kann.
Das stimmt auch. Aber im griechischen Neuen Testament, da steht ganz eindeutig das Wort, der Begriff für „Jungfrau“ im engeren Sinne. Und wenn man sagt, die Hebräer hätten das damals nicht als „Jungfrau“ verstanden, sondern als „junge Frau“, dann macht das ganze keinen Sinn mehr. „Siehe, eine junge Frau wird schwanger werden“ – ja, das ist ja nun wirklich nichts Besonderes. Das passiert alle Tage, damals wie
heute. Das so zu schreiben, um deutlich zu machen, dass es mit Jesus was ganz Besonderes auf sich hat, das macht keinen Sinn. Also ist es damals schon deutlich so gemeint worden: eine neue Zeit beginnt, und ein Zeichen dafür ist, dass eine
Jungfrau schwanger werden wird.

Nun ist aber die Frage: was war zuerst? War diese Ankündigung zuerst da, und dann haben später die Christen gesagt: also Mensch, das steht ja nun mal im Alten Testament, dass der Messias, dass der Christus von einer Jungfrau geboren werden soll, also dann muss Maria eben eine Jungfrau gewesen sein und nun dichten wir ihr das sozusagen dran. Wir schreiben das also im nachhinein dazu und legen das mal so aus.
Aber es war umgekehrt! Zuerst waren die Aussagen im Alten Testament bei den Propheten da, dass Jesus von Gott kommt und dann erst das Nachdenken darüber, dass die Leute später gesagt haben: Ah, da steht so eine merkwürdige Stelle bei Jesaja: ‚Eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und das ist das Zeichen vom Anfang der neuen Zeit.’ Stimmt ja! Die Mutter von Jesus
war ja Jungfrau!
Also: die Christen haben sich das mit der Jungfrauengeburt nicht ausgedacht, weil man die Jesaja-Stelle erfüllt sehen wollte, sondern es war umgekehrt: erst waren die Hinweise da, und dann die Erkenntnis: Stimmt ja! Das hatten wir ja schon mal in den Alten Schriften gelesen!

Übrigens gibt es das nur in der protestantischen, in der evangelischen Theologie und auch nur in diesem Teil der Welt, und das auch erst seit dem 19. Jahrhundert, dass man sich daran gemacht hat, dieses Wunder sozusagen aufzudröseln. Und dabei wird meistens angeführt, dass es in den Kulturen in der Umgebung von Israel auch solche Mythen gab. Dass da auch erzählt wurde, dass sich die Götter mit Menschenfrauen eingelassen und Kinder gezeugt haben, die dann später zu Helden wurden. Und so soll die Sache mit der Jungfrauengeburt dann auch nicht mehr sein, als dass man sich diesen weltanschaulichen Nachbarn von damals anschließt. Man will nicht schlechter sein als sie, also sagt man jetzt auch: unser Christus, der Sohn unseres Gottes, stammt aus einer solchen Beziehung. Dass Gott sich mit einer Menschenfrau eingelassen hat. Ich halte diesen Erklärungsversuch für nicht stichhaltig und schließe ihn aus. Und zwar darum, weil beides schon von vornherein unterschiedlich ist und gar nicht miteinander vergleichbar ist: in der Umwelt der Bibel ging es immer darum, dass ein Mensch vergöttlicht wurde, dass er besser wurde und zwar dadurch, dass ein Gott ihn adoptiert hat oder eben ge-
zeugt hat. Bei der Geburt von Jesus geht es um das Gegenteil, nämlich dass Gott Mensch wird.
In der Umwelt der Bibel ging es immer darum, dass der, der hervorging aus der Beziehung eines Gottes zu einer Menschenfrau, dass derjenige immer ein Held war. Und er konnte nur so heldenhaft sein, weil er göttlichen Ursprungs war. Und auch das ist bei Jesus genau andersherum: er war nicht der große Held, sondern einer, der sich klein gemacht hat. Er ritt nicht siegessicher auf einem Pferd in Jerusalem ein, sondern auf einem Esel und er starb jämmerlich und völlig unheldenhaft am Kreuz. Also: Jesus zu vergleichen mit den mythologischen Wesen der Nachbarkulturen, um seine Besonderheit zu erweisen, das macht gar keinen Sinn. Es würde genau das Gegenteil damit erreicht werden. Die Christen hätten sich damit lächerlich gemacht.
Sondern das mit der Jungfrauengeburt, das steht da, weil es offensichtlich so berichtet worden ist. Es
war einfach so: es wurde schon lange vorher darauf hingewiesen, dass der Sohn Gottes von einer Jungfrau geboren werden sollte, und so kam es dann auch. Und es blieb den Evangelisten nichts anderes übrig, als das, was nun einmal so war, auch aufzuschreiben.
So, das war nun mein erster Punkt: dass die Sache mit der Jungfrauengeburt schriftlich bezeugt ist und dass die Argumente oder Erklärungsversuche, die das widerlegen wollen, nicht stichhaltig sind.

Mein zweiter Punkt: unsere Probleme mit der Jungfrauengeburt. Im Glaubensbekenntnis sprechen wir diese Worte regelmäßig in jedem Gottesdienst „geboren von der Jungfrau Maria“. Aber ist es wirklich das Bekenntnis unseres eigenen Glaubens? Oder sprechen wir es einfach so mit, weil es eben so im Glaubensbekenntnis drinsteht und wir es nicht weglassen mögen?
Ich bin überzeugt davon, dass viele Menschen genau damit ein Problem haben – zu glauben, dass Jesus der Sohn einer Jungfrau ist. Und das die Jungfrauengeburt angezweifelt wird, geschieht meistens aus zwei Gründen.

Der erste Grund, warum sie angezweifelt wird:Menschen berufen sich auf die Wissenschaft. Oder das, was sie für Wissenschaft halten. Sie sagen: die Jungfrauengeburt kann man wissenschaftlich gebildeten Menschen nicht zumuten!
Ich muss dazu sagen: so einfach kann man es sich nicht machen! Erstens beschreibt „Wissenschaft“ immer nur eine hohe Wahrscheinlichkeit. „Wissenschaft“ kann immer nur ausdrücken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das etwas so oder so ist oder kommt. Und die Wahrscheinlichkeit einer Jungfrauengeburt ist nun zugegebenermaßen nicht besonders hoch, es gab sie bis jetzt ja auch nur ein einziges Mal.
Das, was allgemein gültig ist, kann Wissenschaft ausdrücken und nachweisen und erklären. Aber das, was einmalig ist, kann Wissenschaft eben nicht ausdrücken und nachweisen und erklären. Aber die Wissenschaft kann niemals sagen: „Das geht nicht!“ Und damit bin ich beim zweiten – bei der Frage des Wissenschaftsverständnisses überhaupt. Es ist nach der heutigen Wissenschaftstheorie nicht mehr möglich, zu behaupten, dass es etwas nicht gibt oder dass etwas nicht geht. Das sehen wir ja alle Tage: das, was z.B. durch die Erfindung des Internet an Informationsfluss und Informationsaustausch weltweit in Sekundenschnelle möglich ist, davon hat man vor dreißig Jahren noch gesagt: das geht nicht! Und heute geht es
doch! Und vor 15 Jahren hat man mit vollem Ernst gesagt: ein Auto, das unter 6 bis 7 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbraucht, das gibt es nicht! Heute kommen die ersten Modelle mit drei Liter hin und es wird noch weniger werden.
Wir können heute nicht mehr wie vor 100 Jahren sagen und ganz klar auseinander halten: das geht und das geht nicht! Und wer „Wissenschaft“ wirklich ernst nimmt, der hütet sich davor, bei einer Sache zu sagen „das gibt es nicht“. Die Wissenschaft selber zeigt uns ständig, dass dieser Satz nicht stimmt! Und wenn nun Leute sagen, das mit der Jungfrauengeburt könnte man wissenschaftlich gebildeten Menschen nicht zumuten, dann finde ich das ziemlich naiv. Das klingt klug, aber es ist nicht auf der Höhe der Zeit, denn man hängt damit einem völlig veralteten Verständnis von Wissenschaft hinterher.

Der zweite Grund, aus dem Menschen Zweifel an der Jungfrauengeburt haben, kann ich schon besser nachvollziehen. Es ist ein theologisches Problem. Sie sagen: dass Jesus Gottes Sohn ist, dafür ist überhaupt kein biologisches Wunder nötig! Es geht auch ohne dieses biologische Wunder, dass eine Jungfrau ein Kind kriegt, weil Gott in seiner Allmacht auch so einen Menschen zu seinem Sohn machen kann. Natürlich, das könnte er, gar keine Frage! Aber er hat sich nun mal anders entschieden! Fakt ist, dass die Bibel es nun mal so bezeugt, nämlich dass die Jungfrauengeburt als eine Tatsache berichtet und bezeugt wird. Und das kann man nicht einfach damit abtun, dass das eigentlich nur Glaubensberichte sind. Dass man sagt: der Lukas, der hat da-
ran geglaubt und das hat er aufgeschrieben. Wenn man das sagt, dann nimmt man Lukas nicht ernst. Denn er hat den Anspruch, dass er nur Dinge schreibt, die historisch zuverlässig sind und die wirklich und nachprüfbar so stimmen. Darum bringt er zum Beispiel genaue Zeitangaben: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung ... geschah zu der Zeit, als Quirinius Statthalter in Syrien war...“ Das ist kein gedichteter Anfang der Weihnachtsgeschichte, sondern das ist eine ganz klare Zeitansage. Lukas will ganz deutlich sagen: Also Leute, das, was ich jetzt schreibe, das ist damals passiert: als Kaiser Augustus in Rom regierte und als der und der Beamte in Syrien sein Botschafter war! Und das ist bis heute hieb- und stichfest nachzuweisen, weil wir die Regierungszeiten ja kennen und nachlesen können! Lukas wäre blöd gewesen, wenn er sich das alles aus den Fingern gesogen hätte. Dann hätte ihn keiner für ernst genommen. Aber weil er wollte, dass er mit seiner Botschaft ernst genommen wird, arbeitet er mit historisch zuverlässigen Tatsachen. Und auch diese Tatsachen wollen zeigen, dass es in der Jungfrauengeburt um ein ganz tiefes Geheimnis geht. Nämlich:
Gott ist eingegangen in seine erlösungsbedürftige Schöpfung! Darum geht es im Kern! Das ist die Kernbot-
schaft der Jungfrauengeburt. Und wer diese Jungfrauengeburt ablehnt, der hat oft ein gestörtes Verhältnis zum christlichen Glauben insgesamt. Hinter der Jungfrauengeburt steckt ja letztlich die Frage:
Ist Gott / Gott?

Ist Gott / Gott oder sperren wir Gott ein in unser Denken?Meinen wir, dass Gott das tun und dass er sich so verhalten muss, was wir mit unserem Denken für möglich halten? Oder lassen wir es zu, dass Gott ganz anders handeln kann, als wir es nach unserer Erfahrung und nach unserem Wissen denken und für möglich halten? Wenn Gott / Gott ist, dann ist das mit der Jungfrauengeburt doch eigentlich kein Problem mehr. Gott kann doch auf eine ganz andere Art und Weise Leben schaffen, als auf die normale und wunderschöne Art und Weise. Und wenn wir das nicht glauben, dann müssen wir auch alles andere anzweifeln. Die ganzen Wunder, die ganzen Heilungen, all das, was von Jesus berichtet wird, all das müssten wir dann letztlich über Bord werfen. Entweder Gott ist Gott – dann kann er auch Dinge tun, die über unseren Verstand hinausgehen. Oder es ist nicht Gott, und dann können wir unseren ganzen Glauben abschreiben. Aber bei Gott ist kein Ding unmöglich!

In der Jungfrauengeburt geht es um eine ganz tiefe Aussage: dass Gott in diese Welt kommt! Dass der lebendige Gott sich einmischt. Sich nicht raushält. Dass er seine ganze Liebe zu uns, dass er seinen ganzen menschenfreundlichen Charakter Mensch werden lässt. Dass er sich zusammentut mit den Menschen. Und was dabei herauskommt, ist kein Halbgott, und auch kein Halbmensch, sondern 100 % Gott und 100 % Mensch. Das ist eines der ältesten Bekenntnisse der christlichen Kirche: „Wahrer Mensch und wahrer Gott.“ Hundert Prozent Gott und hundert Prozent Mensch. Darum geht es, und deswegen ist der Heilige Geist damals über Maria gekommen, damit Gott ganz Mensch werden konnte, geboren von einer Frau.

Warum ist das so wichtig? Dass er als 100% Mensch und 100% Gott auf und in diese Welt gekommen ist.
Warum ist das so wichtig? Er war wahrer Mensch, d.h. er war einer von uns! In Jesus ist Gott einer von uns geworden. Er ist irdisch geworden. Er kannte unsere Not. Jesus, unser Erlöser, weiß wie einem Menschen zumute ist. Er ist gequält worden, er ist verfolgt worden. Er weiß wie einem Menschen zumute ist, der Hunger hat. Der friert. Der schlafen möchte und es nicht kann, weil er überfordert und unter Druck ist. Jesus hat sich wirklich auf unsere Situation eingelassen. Er wusste, was es heißt, von Menschen enttäuscht zu werden. Er wusste, was seelische Verletzungen sind. Er war einer von uns! Seitdem Jesus auf der Erde war, braucht kein Mensch mehr sagen: Gott versteht mich nicht! Gott versteht dich! Und selbst im tiefsten Abgrund, wo du überhaupt nur reinkannst, ist Jesus da und sagt dir: Ich bin noch viel tiefer gewesen als du. Damals, am Kreuz. Und darum halte ich es mit dir aus!
Jesus kennt uns, das ist die Botschaft, die sich im Geheimnis der Jungfrauengeburt verbirgt. Und das hat keine andere Religion. In keiner anderen Religion kommt Gott den Menschen so nahe wie durch Jesus.

Aber er ist nicht nur wahrer Mensch, er ist auch wahrer Gott. Er ist unser Erlöser. Wir können uns nicht selbst erlösen. Wir können uns selber keinen inneren Frieden schenken. Wir können uns nicht selbst die Dinge vergeben, die wir versemmelt haben und die uns die Lebensfreude nehmen. Wir können uns nicht selbst die neue Chance geben, die wir brauchen, wenn wir auf den Bauch gefallen sind.

Ihr kennt ja sicher alle den Baron von Münchhausen. Von dem wird erzählt, dass er sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen konnte.
Wir können das nicht! Ich weiß nicht, was für dich der Sumpf deines Lebens ist.
Ich weiß nicht, wo du vielleicht reingeraten bist. Vielleicht bist du gefangen von den Sex-Seiten im Internet. Vielleicht bist du gefangen von deiner Arbeit. Vielleicht bist du hineingeraten in den Strudel der Unwahrheit.
Und ich weiß nicht, wo du und wo ich vielleicht noch hineingeraten werden. Aber ich weiß: aus solchen Sümpfen können wir uns nicht selbst befreien! Da kommen wir mit menschlicher Macht nicht mehr raus! Und darum brauchen wir den, der weiß, wie tief diese Sümpfe sind – weil er selber 100% Mensch ist. Aber der auch die göttliche Macht hat, uns da rauszureißen, eben 100% Gott. Er kann uns da rausholen, was es auch sei! Weil er Gott ist! Wir
können uns nicht selbst erlösen, und wir brauchen uns auch nicht selbst erlösen. Weil Jesus gekommen ist als unser Erlöser!

Und er sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ Das heißt: durch Jesus wissen wir erst, wie Gott überhaupt ist! Wenn du wissen willst, wie Gott ist; wenn du wissen willst: mag Gott Menschen wie dich und mich. Mag Gott Menschen, die nicht besonders religiös sind, die in Scheitern verstrickt sind – kuck dir Jesus an! Wie ist er mit solchen ganz normalen Menschen umgegangen? Wie ist er umgegangen mit der Ehebrecherin zum Beispiel, die sie alle mit Steinen umbringen wollten? Wie ist er mit dem Zöllner Zachäus umgegangen, der ziemlich viel Dreck am Stecken hatte? Wie ist er mit all diesen Menschen umgegangen?

Er hat sie angenommen; er hat sie geliebt; er hat sie mit Gott zusammengebracht und sie mit ihm versöhnt.
Wenn du wissen willst, ob Gott dich mag, dann sieh Jesus an und du wirst dich in den vielen Gestalten, die um ihn herum sind, wiedererkennen und begreifen: er schickt mich nicht weg! Er nimmt mich an! Er stirbt sogar für mich! Und das bedeutet auch, dass Jesus das letzte Wort über mich hat.

Wer etwas von Gott wissen will, der kommt an Jesus nicht vorbei. Gott redet nirgends anders so deutlich, als durch ihn. Und wer sich nach Gott richten will, der muss sich nach Jesus richten. Christentum ohne Jesus gibt es nicht. Es gibt ja viele Menschen, die glauben wohl an Gott. Wie so ein höheres Wesen. Einer, der irgendwie da ist. Natürlich, irgendeine Kraft muss da ja sein. Manche meinen auch, sie treffen ihn in der Natur, im Wald oder in einem Sonnenuntergang. An so einen Gott glauben viele. Aber so ein Gott allein bringts nicht! Aus so einem Herrgott kannst du alles mögliche machen. Jeder macht aus Gott, was er will. Aber durch Jesus hat Gott ein unverwechselbares Gesicht bekommen. Und darum gibt es den Glauben an ihn nicht ohne Jesus Christus. Weil ihm sonst das Entscheidende fehlt – nämlich dass Gott in unsere Welt und in unser Leben hineintritt und es heil macht. Und wer sein Leben nicht an Jesus hängt, der hängt es auch nicht an Gott.

Also diese ganzen Sachen, die später kommen, also dass Jesus für uns stirbt und dass er aufersteht und dass er uns den Weg zu Gott frei macht – das ist alles schon angelegt in diesem Fest, das wir nun diese Woche wieder feiern: dass Jesus geboren wird von der Jungfrau Maria.
Wir haben es darin mit einer tiefen Aussage zu tun. Ich hoffe, ich hab euch diese Aussage ein wenig näher gebracht. Und ich wünschte, dass wir die noch bleibende Tage des Advent so begehen können wie Maria: dass wir das wachsende Leben Gottes in uns bemerken und dann Weihnachten das Fest der Geburt zu feiern. Dass eine neue Zeit beginnt und diese Welt einen Erlöser hat.

Danke für’s lange Zuhören! Amen.









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