Evangelisch-lutherische Christus-Gemeinde Spetzerfehn


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Predigten




Predigt vom 04. April 2010, Ostersonntag


Ostern. Schumi in Malaysia, bunte Eier, freie Tage. Oder war da sonst noch was?Predigt im Gottesdienst zum Ersten Osterfeiertag 2010

Gestern, liebe Gemeinde, habe ich im Internet ein Quiz mitgemacht, auf bild-online, das ist die Internet-Ausgabe der Bild-Zeitung. Das war das ultimative Oster-Quiz. Es waren 10 Fragen zu Ostern, alles, was man von Ostern wissen muss. Kleine Kostprobe: „Warum heißen die „Oster-Inseln“ im Pazifik Oster-Inseln?
a) Weil sie an Ostern entdeckt wurden, b) weil die Steine an Ostereier erinnern oder c) weil die Insel nur von Hasen bewohnt war?“ Andere Frage: „Im Schwarzwald gibt es eine ganz besondere Tradition, dort werden a) zu Ostern Hasen in die Freiheit entlassen, oder b) gesegnete Pilze zum Glühen gebracht, oder c) werden dort zu Ostern Eier an Bedürftige verteilt?“ „Welche Bedeutung hat eigentlich das Osterei? a) es symbolisiert das Leben, b) es symbolisiert die Weltkugel und soll anzeigen, wo überall Ostern gefeiert wird, oder c) es hat keine Bedeutung?“

In diesem Stil werden 10 Fragen gestellt, ich hab sie alle nach und nach beantwortet. Dann kam die Aus-
wertung: ich hatte von 10 Fragen 7 richtig. Und dann die Beurteilung: „Das geht noch besser! Aber – und jetzt kommt’s: „Zumindest wissen Sie, warum eigentlich Ostern gefeiert wird.“
Na - das beruhigt mich ja. Dann weiß ich über Ostern ja Bescheid – auch wenn nicht eine einzige Frage dabei war, um was es Ostern wirklich geht. In der Bibel. Dass Jesus auferstanden ist von den Toten. Und was das für uns heute bedeutet. Keine einzige Frage dazu – aber: „Zumindest wissen Sie, warum eigentlich Ostern gefeiert wird.“ Dann ist ja alles in Butter. Genau wie bei der Familie, wo wir jetzt mal kurz ins Frühstück reinhören. „Frühstück bei Stefanie“.

- „Frühstück bei Stefanie – Taufaufschub-

http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2956/AU-20100329-0537-1301.mp3

... „dat klingt hier nach besinnliche Ostertage – dann man zu...“ Soweit das „Frühstück bei Stefanie“ zum Thema Ostern.

Ich kann mir dabei das Schmunzeln nicht verkneifen, aber eigentlich sollte einem das Lachen im Hals stecken bleiben. Angeblich leben wir im christlichen Abendland – aber zumindest was Ostern angeht, merkt man meist nicht viel davon. Und ich fürchte, die Familie, die sich bei Stefanie zum Frühstück trifft, die ist keine Ausnahme. Ostern: in Ruhe brunchen gehen, paar nette Geschenke, ein bisschen Tradition, ein paar Tage zum Ausspannen, ein guter Film, Schumi in Malaysia. Schön.

Natürlich – das alles darf mit dazugehören! Das Osterfeuer mit dem „angrillen“, die gefärbten Eier und dass die Kinder sie suchen; schöne Deko mit Hasen und Küken. Kein Problem!
Kein Problem – solange nicht das, worum es Ostern wirklich geht, völlig überlagert und vergessen wird. Denn da haben die Macher vom Osterquiz unrecht: wenn man sich mit den österlichen Traditionen gut auskennt, dann weiß man eben noch nicht Bescheid, warum Ostern gefeiert wird. Die Bibel kennt unsere Ostertraditionen nicht.
Der ursprüngliche Bibeltext kennt noch nicht mal das Wort „Ostern“. Die Bibel redet schlicht und ergreifend davon, dass Jesus auferstanden ist. Auferweckt vom himmlischen Vater und dass das die Basis unseres christlichen Glaubens ist.

Nüchtern wird bezeugt: das Grab war leer! Gar keine Frage! Und Jesus ist vielen Menschen leibhaftig erschienen – wenn auch in einem andersartigen Leib, so dass sie ihn nicht gleich erkannt haben! Zuerst den Frauen. Dann auch anderen. Hunderte sahen ihn, erkannten ihn. Natürlich – Furcht kam auf. Erschrecken. Und Zweifel regte sich. Wie soll es auch anders sein! Es
ist ja auch unvergleichlich, dass jemand, der tot ins Grab gelegt wurde, wenig später quicklebendig wieder da ist. Aber Jesus hält es aus, dass Zweifel aufkommen. Zum Beispiel bei Thomas. Jesus kann unseren Zweifel aushalten und er kann ihn überwinden. Indem er sich uns zu erkennen gibt als der Lebendige. So wie viele ihn erkannt haben. Als den, der ihr Leben verändert hat. Damals die Jünger. Als der Auferstandene ihnen neuen Lebensmut schenkte: nach allem, was in den letzten Tagen passiert war, nach dem Tod und der Beerdigung von Jesus hatten sie sich endlich dazu aufgerafft, ihre normale Arbeit wieder aufzunehmen.
Sie fuhren auf den See Tiberias. Warfen die Netze aus. Sie blieben leer. Aller Einsatz vergeblich! Und darum waren sie frustriert, enttäuscht. Und als sie ans Land kommen, da sehen sie, dass da jemand auf sie wartet. Ein Mann. Er ruft ihnen zu, dass sie noch mal rausfahren sollen. Komisch. Aber sie wagen es – und fangen so viel, dass das Netz fast reißt. Und als sie dann an Land gehen, da sehen sie einen Grill und einige gegrillte Fische duften ihnen schon verführerisch entgegen. Ein Mann steht dabei. Und erst jetzt merken sie: Es ist Jesus!

Zwei andere sind unterwegs. Ihr Herz gefangen in Trauer und Schmerz. Wie das so ist, wenn
der gestorben ist, dem man sich am nächsten fühlt. Ein Dritter schließt sich ihnen an. Von Anfang an fühlen sie sich von ihm verstanden. Und dann, als er ihnen am Abend das Brot bricht, da erkennen sie: es ist Jesus, der Auferstandene. Und ihr Herz wird froh! Keiner hat ihnen bewiesen, dass das Grab leer war. Aber das war auch nicht nötig. Jesus hat sich ihnen bezeugt. Als der Auferstandene. Lebendige.

Nicht nur damals, vor zweitausend Jahren. Bis heute hin bezeugt Jesus sich als der Auferstandene und Lebendige. Der Mut macht. Zuversicht weckt. Ein frohes Herz schafft. Widerstandskraft verleiht. Hoffnung gibt, die trägt.

Sind das nur Schlagworte? Leere Behauptungen? Nein – ihr, liebe Gemeinde, ihr steht mit euerm Leben dafür ein, dass das Realitäten sind! Sonst wärt ihr nicht hier! Jesus hat in unser Leben eingegriffen. Er hat uns angerührt. Er hat seine Kraft an uns erwiesen. Und was wären das für ermutigende Worte, wenn Ihr davon jetzt erzählen würdet, wie das bei euch war. Aus mir hat er zum Beispiel einen fröhlichen Menschen gemacht, der sein Leben genießen und mit seinen Grenzen leben kann. Das war nicht immer so. Damals war das ganz anders, als ich kaum Selbstvertrauen hatte und ganz viele Minderwertigkeitsgefühle. Jesus hat mich verändert. Dafür bin ich ihm dankbar! Dass er es in meinem Leben hat Ostern werden lassen!

Jesus lebt! Er handelt! Von ihm geht Kraft aus! Er gibt Hoffnung! Beweisen kann ich das alles nicht! Aber wer sich drauf einlässt, der wird’s erleben! Bei dem wird’s Ostern. Ganz sicher! Amen.

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